Eröffnung: 27.2.2026, 19:00 Finissage: 2.4.2026, 19:00 Projektionen in den Schaufenstern: 28.2.-3.4.2026
2-Kanal-Videoprojektion (2 Loops von unterschiedlicher Länge)
“A knot is never ‘nearly right’; it is either exactly right or it is hopelessly wrong, one or the other; there is nothing in between. (…) Make only one change (…) and either an entirely different knot is made or no knot at all may result.” – Clifford Ashley, The Ashley Book of Knots
In neun Bildern pro Sekunde lasse ich mich von der Aquarellfarbe leiten. Ein fadenhaftes Gebilde, eine Hand, fünf Finger als Ausgangspunkt, animiere ich Frame für Frame, Blatt für Blatt, gehe der inneren Logik der gezeichneten Bewegung nach. Spannen. Loslassen. Festwickeln. Rauswinden. Drunter. Durch. Drumherum.
Anna Lytton lebt und arbeitet als visuelle Künstlerin in Köln. Sie studierte Visuelle Kommunikation in den Niederlanden sowie Mediale Künste mit Schwerpunkt Experimentelle Animation an der Kunsthochschule für Medien Köln. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Zeichnung, Animation, Film und Installation und untersuchen den menschlichen Körper sowie die sinnliche Erfahrung von Bewegtbild und Klang. Dabei entwickelt sie visuelle Konzepte, die poetische und wissenschaftliche Ordnungen erfahrbar machen und hinterfragen. Seit 2020 realisiert sie Live-Visuals in Zusammenarbeit mit Musiker*innen der frei improvisierenden Szene.
Am 31. August laden wir, die Nachbarschaft der Trimbornstraße, zum dritten Trimbornstraßenfest ein!
Es wird ein vielfältiges Programm zum Verweilen, Schmausen und Tanzen geben. Was sonst hektischer Durchgangsort zwischen den Köln-Arcaden und der S-Bahn Station Trimbornstraße ist, wird für einen Tag zu einem autofreien Raum und einem Begegnungsort für Alle.
Neben einem abwechslungsreichem Musikprogramm wird es zahlreiche Stände zum Ausprobieren und Mitmachen geben – alles organisiert von der Nachbarschaft, 100 % unkommerziell und selbstgemacht. Im Rahmen des Festes wird auch die Frage nach der Zukunft der Trimbornstraße gestellt, Ideen für ein gelungenes Miteinander entwickelt und Raum für Austausch über das Leben in Kalk geschaffen.
Außerdem stellen sich zahlreiche Initiativen aus Kalk vor – und berichten von ihrer Arbeit im Veedel.
LÖTEN —Kalkspace DRUCKWERKSTATT mit Franki SEEDBOMBS basteln — Nur ein Karnevalsverein BOXEN — Veilchen Boxen eV. ZEICHENWORKSHOP mit Kévin Cabaret KINDERSCHMINKEN mit Selma FAHRRADWERKSTATT mit Kamil BASTELN/MALEN mit SwaF, Taunuspänz Kita und Mapurna
Eröffnung mit Performance: 16.8.2025, 19:00 Ausstellung in den Schaufenstern: 17.8.-10.10.2025
“Ich behaupte seit langem, dass Überwachung zwar oft vom Wunsch zu kontrollieren ausgeht – und immer mit Macht zu tun hat –, dies jedoch nicht ausschließt, dass es Möglichkeiten gibt, sie in den Dienst der Sorge um den Anderen zu stellen.” (David Lyon)
Bilder der Überwachung sind medial geprägt und weisen meist eine Strenge auf, die sich aus der zurecht beängstigenden Vorstellung von Überwachung ergibt. Doch einmal aus ihrem gerahmten Kontext befreit können diese Bilder eine magische Qualität entfalten, deren Ursprung jenseits von Kontrolle und Argwohn zu finden ist.
In der 4-Kanal-Videoinstallation SHE LOOKS UP TO THE SKY – WHERE NO SKY IS, die aus Linda Weidmanns gleichnamigen Masterthesis heraus entstanden ist, offenbart sich diese Ambivalenz der Überwachung. Was passiert, wenn die Bilder nicht ausschließlich als Kontrollinstrument betrachtet werden, sondern als erkenntnistheoretische Werkzeuge mit eigenständigem ästhetischem Potenzial, die einen empathischen Zugang zur Welt eröffnen?
Dann schaute sie tatsächlich in den Himmel!
Linda Weidmann (*1991), studiert Kunst- und Designwissenschaft an der Folkwang Universität der Künste, beschäftigt sich mit dem Phänomen Bild im Raum und untersucht dieses innerhalb intermedialer Strukturen. Sie arbeitet als Editorin und Visual Artist mit dem Barsch Kollektiv zusammen und experimentiert mit neuen Möglichkeiten bildnerischer Darstellungsformen.
Die ortsspezifische Fenster-Installation arrangiert unveröffentlichte Fotoperformances der frühen 1980er Jahre in einem speziell für IDYLL entwickelten Präsentationsdesign unter Verwendung des originalen, analog erstellten Materials. Die Bildserien inszenieren undurchschaubare Szenen mit einer weiblich zu lesenden Protagonistin, die an die Vorstellungskraft der Betrachter*innen appellieren.
Barrierefreiheit: Die Ausstellung findet in den Schaufenstern statt, ist also ohne Stufe zugänglich. Toiletten sind über den Raum (eine Stufe) erreichbar, wir helfen dir gerne beim Zugang.
Eröffnung: 25.4.2025, 20:00 Ausstellung in den Schaufenstern: 26.4.-11.5.2025
Elisa Mosch (*1992, Essen) hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und ist als Autorin, im Kunstbetrieb und Galerienwesen tätig. Parallel begleitet sie ihre Wahrnehmung fotografisch und schriftlich.
Die Fotografien entstehen beiläufig – im Gehen, im Vorbeischauen, im Innehalten. Was in ihren Bildern sichtbar wird, ist nicht das Spektakuläre, sondern das vermeintlich Unwichtige und Banale. Die Tiefe ergibt sich für sie genau aus ebendieser Banalität und Direktheit, die durch Unverfälschtheit entsteht. Damit plädiert sie für Naivität und Langeweile in ihrer ursprünglichen Form.
Ihr Text ergänzt hier die Fotografien und reicht durch sie hindurch und über sie hinaus. Moschs Texte beschreiben die Spuren, die sie hinterlassen, und versuchen einen Umgang mit ihnen zu finden. Die Fotografien fangen ein, die Texte halten fest. Sie ergeben zusammen nicht nur Abbild, sondern Bild. Was sich in ihren Bildern sammelt ist ein Echo von Existenz, Interaktion und Gesellschaft – manchmal schön, manchmal beiläufig, manchmal wie eine zufällige Reminiszenz. Elisa Mosch interessiert sich für das, was sich entzieht – das Unbeachtete, das Rohe, das, was sich nicht aufdrängt, sondern bleibt, wenn man hinsieht. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ohne Bearbeitung oder Inszenierung, aber mit einem Zugang für das, was erzählt, ohne erzählen zu wollen.
Ihre Bilder und Texte versteht Elisa Mosch als Gegenentwurf zur gegenwärtigen Reizüberflutung und Vermeidung von Tiefe, Konfrontation und Authentizität. Die Künstlerin nutzt für ihre Fotografien ein digitales Medium, um gegen digitale Schnelllebigkeit zu arbeiten, das sich auf das analoge Leben übertragen hat. Sie arbeitet mit einem Werkzeug, das wie kein anderes für den beschleunigten Bilderkonsum unserer Zeit steht. Und doch dienen diese Aufnahmen nicht der Reizsteigerung, sondern der Verlangsamung. Es ist eine bewusste Gegenbewegung: derselbe Auslöser, aber ein anderer Impuls. Ein digitales Medium, das nicht beschleunigt, sondern innehält – ergänzt durch Sprache und Schrift. Moschs Texte unterstreichen die Wichtigkeit des analogen Ursprungs und des literarisch Haptischen – dem geschriebenen Wort. Moschs Texte sind tiefere Echos, die durch die Reflektion jener Bilder und Szenen resultieren. Sie zeugen von Dekadenz, im ursprünglichen Sinne des Wortes, sowie von Hoffnung. Sie unterstellen stets eine erhabene Poesie, Melancholie und Hoffnung, die Leben webt und Erlebtes verwebt.
EPHEMERA – das bedeutet: etwas, das nur für einen Tag bestimmt ist. Etwas, das vergeht. Der Begriff steht auch für Drucksachen mit kurzer Lebensdauer: Flugblätter, Hinweise, Mitteilungen. Der Titel benennt das Flüchtige – und macht es damit sichtbar. Vielleicht ist EPHEMERA genau das: ein Monument für den Moment. Zwischen dem artifiziellen Aspekt des Festhaltens und des Rahmens durch Fotografie und Schrift und der gegenüberstehenden Unmittelbarkeit und Vergänglichkeit des Moments, entsteht ein Spannungsverhältnis, aus dem sich für Mosch das poetische Potenzial und ihre Präsenz ergibt.
Für die Ausstellung werden die Fotografien dramaturgisch auf die Glasscheiben des Idyll projiziert. Das Bild erscheint nur bei Dunkelheit, ist abhängig vom Licht. Zudem verrät die Projektion etwas: Sie verstärkt das, was Fotografie im Kern ist – eine Projektion des Inneren nach außen, sichtbar gemacht durch den Blick und die Reflektion. Das Motiv ist real, aber es wird gerahmt, interpretiert, gefärbt. Was sichtbar wird, ist immer auch ein inneres Bild. So wie der Text, der analog in die linke Scheibe platziert wird. Er ist das Greifbare, am Tag sichtbare Momentum – Papier, das einen Raum für Inhalt bewahrt und der Projektion gegenübergestellt wird.
Es geht Elisa Mosch nicht darum, die Gegenpole aufzulösen – sondern darum, sie tragen zu lassen. Der Moment bleibt nicht. Und trotzdem hinterlässt er Spuren. Die Spuren von Existenz, in kleinen Szenerien, Überresten, Strukturen, Gegenständen oder Konstellationen, die nicht gemacht wurden, sondern einfach entstanden sind. Darin liest Elisa Mosch etwas Essenzielles, etwas, das unter der Oberfläche Sinn ergibt, eine Harmonie in der Kontingenz, etwas manchmal Berührendes, manchmal auch Abstoßendes – vor allem aber etwas Echtes.
Gefördert durch die Stiftung KalkGestalten
Barrierefreiheit: Die Ausstellung findet in den Schaufenstern statt, also ohne Stufe zugänglich. Toiletten sind über den Raum (eine Stufe) erreichbar, wir helfen dir gerne beim Zugang.